Brass Wiesn 2014 @ Echinger See, Tag 2 (10.08.2014) (Galleries / Reviews)

Ach, war das ein wunderschönes Festival! Die Brass Wiesn hielt das, was sie versprach... und nachdem auch das Wetter gehalten hat, erlebten wir gestern einen sensationellen Tag am Echinger See. Neben HipHop, Funk, Jazz und Ska gab es wie schon am Vortag die bunte Mischung mit traditioneller Volksmusik, Russendisko und Balkan Beats.

Schon am Nachmittag eins meiner ersten Highlight. Bayrischer Hiphop von BBou, der auch mal ganz ohne Blechinstrumente das Zelt füllte. Unterstützung bekam der Oberpfälzer von einem Rapper, den wir bereits auf dem Uferlos erleben durften: Liquid. Ganz großes Kino! Und wo sieht man schon mal Stagediver in Lederhosen? Mit einer gehörigen Portion Hiphop und noch viel mehr Groove, als alles bisher dagewesene kam das Hypnotic Brass Ensemble aus Chicago daher. Wahnsinn, ging der Sound unter die Haut. Wenn man sich anschaut, mit wem die acht Brüder auf Tour sind, wird aber schnell alles klar: Erykah Bardu, Mos Def oder Maxwell sind schon dicke Hausnummern im Business. Im Backstage erklärte mir Drummer Dru das Geheimnis des Grooves: "It's not about time - it's about space". Als Vorreiter dieser Philosophie nannte er 'The Meters'. Gleich mal reinhören! Apropos Backstage! Den Preis der verplantesten Band erhalten die Zuaweziaga. Hatten ihren Auftritt in der schönen Gamsblut Alm von 21:30 auf 18 Uhr vorverlegt, aber leider dem armen Gitarristen nichts gesagt. Als der dann abends im Backstage seine Mitstreiter suchte - "Wissts ihr wo mei Band is?" - waren seine Kollegen schon wieder auf dem Heimweg. Armer Kerl... aber immerhin konnte er noch genauso drüber schmunzeln wie die Brass Wiesn Crew.

Ansonsten gab es natürlich auch noch jede Menge guten Sound am Samstag. An dieser Stelle gleich mal dicke Props an die Bayrischen Löwen. Die Band um Schein-Trompeter Dominik verbindet das Traditionelle mit einer großen Portion Rock'n'Roll. Dass eine Tuba auch die Bassline von Queens 'Under pressure' drauf hat, war wohl vielen bis zum gestrigen Tag nicht wirklich bewusst. Sehr geile Show Jungs! Diese lieferten natürlich auch die 'großen Combos' auf der Open Air Bühne ab: Fanfare Ciocarlia aus Rumänien sorgten für waschechtes und technisch perfektes Gypsy-Vergnügen, die Rotfront und The Busters erfreuten das Ska-geneigte Publikum.

Fazit: eine Wiese voller Blasmusik macht auch Spaß wenn man eigentlich ganz anderen Sound hört. Und durch die Vielfalt der Bands konnte man schon mal einen Auftritt abwarten, wenn ihm dieser nicht so gefallen hat. Begeistert hat die Liebe zum Detail, die ausgelassene, friedliche, ja fast schon familiäre Stimmung und das genreübergreifende Miteinander der Musiker. Man freut sich einfach, wenn der bayrische Trompeter in voller Tracht mit dem ganzkörpertätowierten Hiphop-Jazzer aus Brooklyn Arm in Arm über Musik ratscht. Kultur verbindet... und es gibt wohl kaum ein Festival, das diesen Gedanken plakativer zum Ausdruck bringt. Cheers, Paul...
geschrieben von PaulFiction - 10.08.2014


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