Lug und Trug in drei Akten (Oktober 2012, Stadtgeschichten)

„Richtig abrauschen!“ und „Lass es ihm richtig hin!“ Margot Riegler ist ganz in ihrem Element. Denn heuer ist es die 57-Jährige, die bei der Laienbühne Freising als Regisseurin die künstlerischen Fäden in der Hand hält. Am 12. Oktober ist Premiere. Ein Schwank aus dem hohen Norden steht auf dem Programm: „Die Hamburger Filiale“ von Curt Kraatz und Max Neal.
Die Proben für das diesjährige Stück liegen in den letzten Zügen. Riegler feilt noch an einzelnen Gesten, weist ihr Ensemble an, wo und wann ein jeder zu sitzen und zu stehen hat, legt noch Wert auf einzelne Betonungen. Kurz: Feinarbeit ist angesagt. Denn: Der Text sitzt inzwischen, das Bühnenbild und die Kulissen sind fast fertig. Was Riegler immer wieder wichtig ist: „Das ist ein Schwank. Ihr seid noch zu sehr im Volkstheater“, bringt sie seit Wochen ihre Schauspieler auf die Linie, die ihr vorschwebt. Denn ein Schwank, so viel ist klar, fordert ganz andere Qualitäten der Schauspieler als ein ernstes oder besinnliches Stück. Nach der „Magdalena“ und dem „Attenhamer Christkindl“ ist heuer aber wieder Boulevard und Lachen auf der Bühne des Asamtheaters angesagt.



Worum geht es? Theobald Stelzer, ein jung gebliebener Fünfziger, hat eine Wandlung durchgemacht, seit die Exportfirma Rudiny, Avarez & Co., bei der er Teilhaber ist, eine Filiale in Hamburg eröffnet hat. Angeblich wartet auf den rüstigen Geschäftsmann so viel Arbeit in der Hansestadt, dass ihn seine Frau Amalie und seine Tochter Annemarie kaum noch sehen. Als aber eine Nachricht eintrifft, dass eine gewisse Irene dringend einer neuen Ausstattung bedarf, wird Amalie hellhörig. Theobalds Ausrede, Irene sei ein Segelschiff, glaubt sie nicht. Sie folgt ihm bei seiner nächsten Dienstreise nach Hamburg. Und so ist die Grundlage gelegt für eine wahre Lügen- und Schwindelorgie. Irrungen und Wirrungen, gepaart mit viel Wortwitz, sind die unvermeidliche Folge des locker-flockigen Dreiakters.
Dass das Sujet das Norddeutschland der 20er- und 30er-Jahre ist, hat nicht nur die Kostümabteilung der Laienbühne Freising gefordert, sondern ist auch für die bayerischen Schauspieler durchaus eine Herausforderung. Teilweise mit Hilfe eines Bekannten haben sich die Akteure den hanseatischen Akzent antrainiert. Doch nicht alle müssen Norddeutsch reden: Buchhalter Kulhanek beispielsweise „böhmakkelt“, dass es nur so eine Freude ist.
Angesichts der großen Auswahl und der schauspielerischen Talente in der Laienbühne Freising dürfte es der Regisseurin nicht allzu schwer gefallen sein, die Rollen mit den passenden Akteuren zu besetzen. Und so sind folgende Schauspieler auf der Bühne zu sehen: Den Unternehmer und Lebemann Theo Stelzer gibt Anton Wiesheu, seine Frau Amalie wird von Gabriele Anderl verkörpert. Annemarie, deren Tochter, spielt Steffi Reindl, Max Andersen, Annemaries Freund, Stephan Leitmeier. Wolfgang Schnetz ist in der Rolle des Buchhalters Kulhanek zu sehen, Evelyn Thalmair als Soubrette Iren. Weitere Rollen: Neumann, Weinreisender - Andreas Schwarz, Diego Hernandez, Spanischer Grande - Franz Spitzenberger, Senator Andersen, Max' Vater - Franz Kaindl, Gareis, Theos Freund - Richard Brueckl, Kronberg, verkappter Schauspieler - Franz Kaindl, Lili, Freundin von Irene - Antje Petzold, Fifi, Freundin von Irene – Anna Sperrer, Betty, Dienstmädchen - Helga Pollinger, Kellner - Quirin Grimm und Modistin - Jadwiga Herman.
Für das Bühnenbild sind Bernd Flassak, Bernhard Nadler und Margot Riegler zuständig, die Bühnenmalerei lag wieder in den bewährten Händen von Flassak. Dazu gesellte sich eine ganze Armada von fleißigen Helfern im Hintergrund, die sich um Bühnenbau, Requisite, Kostüme, Maske, Garderobe, Dekoration und Werbung gekümmert haben, damit jeder einzelne der Theaterabende ein Erfolg und für die Zuschauer ein Erlebnis wird.

Die Premiere des Stücks, das unter Theaterfreunden sicherlich wieder für viel Gesprächsstoff sorgen wird, findet am Freitag, 12. Oktober, um 20 Uhr im Asamtheater statt. Weitere Aufführungstermine stehen ebenfalls schon fest: Bereits jetzt kann man Karten für die Vorführungen am 20., 26., 27. und 28. Oktober erwerben, für die „Hamburger Filiale“ am 3., 4., 9., 10., 17. und 24. November sowie am 1. Dezember sind Tickets ab 20. Oktober erhältlich. Karten gibt es in der Touristinfo oder im Internet unter www.laienbuehne-freising.de. Auf der Homepage ist auch vieles andere Wissenswerte über die Laienbühne zusammengetragen.
(Text: Andreas Beschorner, Foto: Atelier Bungartz)


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